Stellenbosch 2000
 
Trainingslager vom 7.4.2000 bis zum 29.4.2000
Nach den positiven Erfahrungen des letzten Jahres verbringt das Schweizer Zehnkampfkader die nächsten zwei bis drei Wochen erneut in Stellenbosch (Südafrika).

Auf dieser Seite werden während dieser Zeit laufend aktuelle Photos und kurze Berichte zu finden sein.
 

Liebe Zehnkampf-Freunde 12.4.2000
Endlich, werdet ihr denken. Endlich hören wir etwas von unseren Cracks aus Südafrika. Wir entschuldigen uns für die lange Wartezeit - EDV - Problemen sei dank. Die Reise verlief problemlos, bis auf die verloren gegangenen Stäbe und Rolfs Traininigstasche. Zu Rolfs grosser Enttäuschung stand die Tasche jedoch bereits am nächsten Tag vor der Unterkunft. Die Stäbe brauchten einen Tag länger, kamen dann aber rechtzeitig auf das erste Training an. Fünf Minuten vor Trainingsbeginn fuhr ein Kleinlaster vor die Villa Grande und brachte uns die ersehnten Stäbe. Auch Burli und Mireille erlebte die üblichen Annehmlichkeiten solcher Reisen. Mit einer Stunde Verspätung ab Zürich verpassten sie darauf den Anschlussflug in Johannesburg. Wir warteten deshalb eineinhalb Stunden auf dem Flughafen von Cape Town und vertrieben uns die Zeit mit Schlafen und einem Volleyballspiel vor dem Eingang. Auf dem Trainingsplatz treffen wir sehr gute Bedingungen an. Mit anderen Athleten wie Chiel Warners (HOL, über 8300 Punkte), Heike Henkel, Tim Lobinger, Okkert Britts und Michael Gigandet trainieren wir bei optimalen Bedingungen. Die Hürden leiden aber unter Xavers Kraft, seinem grossem Einsatz fiel schon manch eine Hürde zum Opfer. Ein Opfer der Hitze wurde Adrian Krebs, der seinem Namen alle Ehre macht (Hautfarbe). Im Laufe der nächsten Tage nehmen wir uns fest vor, einen neuen Bericht zu senden. Dann möchten wir euch auch ein paar Bilder zeigen, wie es so bei uns läuft. Wo wir leben wie Gott in Frankreich, könnt ihr unter folgender Adresse nachschauen: 
http://villagrande.virtualave.net
 

Rückblick erste Woche Stellenbosch 16.4.2000
Es ist kaum zu glauben, die erste Woche hier in Südafrika ist schon zu Ende. Zeit also, um zurück zu schauen.
Seit unserer Ankunft zeigt sich das Wetter von seiner allerbesten Seite: Sonnenschein jeden Tag, Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad, ein leichtes Lüftchen - da kommt Freude auf. Dazu kommt eine ausgezeichnete Stimmung im Team, perfekte Betreuung durch unsere Physiotherapeutin Mireille Mangold und die gewohnt souveräne Leitung von Burkhard "Burli" Lippuner. Die Abende verbringen wir jeweils im Städtchen Stellenbosch, wo viele gute Lokale noch besseren Wein anbieten. Da wir aber Sportler sind, kennen wir den Wein nur vom Hörensagen. Aber auch kulinarisch wartet Südafrika mit einigen Leckerbissen: 800 g Spear Rips (Adrian Krebs und Xaver Weibel), 600 g Baby Beef (Roland Thalmann und Philipp Huber), 500 g T - Bone Steaks (André Gautschi). Trainingsmässig gibt es zu berichten, dass sich alle in guter Form befinden. Auch Rolf Schläfli scheint seine schwere Verletzung (Achilles - Sehne) langsam auskuriert zu haben. Erste Läufe in Nagelschuhen verliefen ohne Probleme. Vor allem in den technischen Trainings sind bei allen Fortschritte sichtbar. Nichtzehnkämpfer Marcel Bärlocher holte beim Sprinten eine leichte Zerrung und wurde zum Kameramann und Zeitnehmer umdisponiert. André hat eine Sonnenallergie, die sich am Hals zeigt, Xaver kämpft mit leichten Verdauungsproblemen und Roland hat leichte Probleme mit Nacken, Magen und Zähnen - die üblichen Wehwehchen von Mehrkämpfern. 
Am Samstag stand ein Stehvermögen - Training auf dem Programm, jetzt geht es ab ins Wochenende. Unseren freien Tag verbringen wir am Strand. Wir grüssen die weisse und kalte Schweiz. Viel Spass beim Schneeschaufeln. 
 

Wieder voll im Training 19.4.00
Wie schon im letzten Bericht angetönt, verbrachten wir den freien Sonntag am Meer, die Betonung liegt bei "am Meer", denn um unsere grossen Schwimmkünste zu demonstrieren war das Wasser eindeutig zu kalt. Ja, jetzt denkt sicher der Eine oder Andere von euch, die weichen Zehnkämpfer, doch es macht wirklich keinen Spass rund um Eiswürfel und Eisberge zu schwimmen. Aus diesem Grund mussten wir uns halt nach einem anderen Zeitvertreib umschauen und forderten einheimische Beachvolleyballcracks zu einem kleinen Spiel heraus. Leider mussten wir (Adi, Andre, Mirko, Roli und Philipp) schnell feststellen, dass die Ortsansässigen,die Platzverhältnisse besser im Griff hatten als wir und ich denke, dass die auch kein Laktat in ihren Beinen hatten wie wir. Leider verloren wir alle drei Sätze äusserst knapp und vollpaniert mit Sand, Schweiss und Sonnencreme begaben wir uns trotz der tiefen Temperaturen ins kühle Wasser. 
Xaver, der mehr auf die traditionellen Schweizer Sportarten steht, fand am Strand das südafrikanische Pendant zum Unspunnenstein und veranstaltete sogleich ein Wettweitwurf. Leider konnte im nachhinein der Sieger nicht mehr erruiert werden, doch es ging gleich sportlich weiter und Adi legte mit einem gekonnten "Brienzer" Xävu auf den Rücken, womit auch die Hackordnung im Team wieder hergestellt war. Mireille hatte zu diesem Zeitpunkt bereits alle Hände voll zu tun um unseren Mann mit den schnellen Finken (Sprintrakete Marcel Bärlocher) vom Beachvolleyballspielen fern zu halten. Er wollte es einfach nicht wahrhaben, dass es nicht sehr sinnvoll ist mit einer Zerrung seinem geliebten Spiel nachzugehen. Als sich die Sonne so langsam im Meer verabschiedete, brachen wir dann wieder Richtung Villa Grande auf. Die einen genossen noch den Sonnenuntergang in einem lauschigen Strandcafe und die anderen wurden Teilnehmer einer unfreiwilligen Sightseeingtour in Summerset West. Burli hatte sich in der Ausfahrt getäuscht und wollte sich rausreden indem er steif und fest behauptete, dass jemand von seinen Mitfahrern ihn dazu aufgefordert habe. Leider konnte der Schuldige bis heute nicht ausfindig gemacht werden, doch die Stadt war diesen Abstecher wirklich wert, denn so schöne Häuser wie es dort gab, findet man nur in zirka 2 Millionen anderen Städten. 

Seit Montag sind wir wieder voll im Training. Nach dem Krafttraining vom Montag Morgen hatte Roli Thalmann einen Termin beim Zahnarzt. Ich weiss gar nicht, ob ihm das Krafttraining oder der Zahnarztbesuch so zugesetzt hat, auf jedenfall kam er ziemlich niedergeschlagen in die Villa Grande zurück und verzichtete freiwillig auf das Mittagessen, was doch sehr erstaunlich ist für einen Zehnkämpfer. Doch einen Bär wirft sowas ja nicht um und heute Dienstag griff Roli bereits wieder zu seinen Stäben und beim Anblick seiner Sprünge wurden sogar die Knie von Tim Lobinger weich, worauf er bei seinem Sprungkrafttraining prompt in eine Hürde biss. Auch die Speere fliegen in der sengenden Sonne von Südafrika nicht schlecht, so dass der Rasen für die nächsten Trainings verlängert werden muss (ohne gross Anzugeben). So jetzt aber genug der Schauermärchen. Wir wünschen euch von hier aus eine gute Zeit, vergesst nicht das Schneeschaufeln und bis zum nächsten Mal.
 

Von Wünschen, Träumen und rosaroten Elefanten 22.4.2000
Bei all unseren treuen Webbesuchern möchten wir uns entschuldigen, dass wir uns erst jetzt wieder melden, aber bei so einem harten Trainingaltag mit Faulenzen, in der Sonne liegen, Essen und Schlafen bleibt uns fast keine Freizeit mehr. Mittlerweile haben wir auch die zweite Trainingswoche gut hinter uns gebracht und stehen jetzt vor dem erholsamen Wochenende. Adi, Xävu, Rolf, unsere wiedergenesene Sprintrakete Marcel und die auf den Muskeln tanzende Physioterroristin Mireille werden uns bereits Morgen verlassen (sniff, sniff). Die anderen, bei denen die Wettkampfbräune noch nicht im genügenden Masse vorliegt, müssen sich noch sieben anstrengenden Sonnentagen aussetzten. Nach diesem aufschlussreichen Blick in die Zukunft wenden wir uns den vergangenen Tagen zu. Am Mittwoch stand wieder mal einer dieser strengen Erholungstage auf dem Programm. Ob mans glaubt oder nicht, so etwas wirft einen voll aus dem Rhythmus. Die Neulinge im Süden von Afrika deponierten ihre Träume und Wünsche am Kap der guten Hoffnungen und die schon fast Einheimischen (Rolf und Mirko) bezwangen den Tafelberg (natürlich mit der Seilbahn) und strapazierten danach mit ihren Körpermassen die Bahnen eines Vergnügungsparks.

Am Donnerstag standen dann aber wieder knallharte Trainings auf dem Programm, nicht dass ihr denkt, dass wir hier ein Ferienlager veranstalten würden. Auch unser Geburtstagskind Roli (Glückwünsche können im Guestbook unter www.decathlon.ch angebracht werden) musste wieder in seine Trainingshose steigen. Am Freitag wurden dann endlich, die von den Fanclubmitgliedern wahrscheinlich schon sehnlichst erwarteten Postkarten, für die Grüsse aus dem Trainingslager gekauft. All jene die vergebens auf einen Kartengruss von uns warten, können sich hier auf unserer Homepage direkt für unseren Zehnkampffanclub anmelden. Somit kommen auch sie das nächste Mal in den Genuss dieses Privilegs. Heute Morgen standen die allseits beliebten laktaziden Läufe auf unserem Trainingsprogramm. Für alle nicht Leichtathletikinsider: Laktazide Läufe sind Läufe zwischen 150 und 500 Meter bei denen es nur darum geht den Organismus so zu belasten, dass man danach nicht mehr in der Lage ist geradeaus zu laufen. Böse Zungen behaupten, dass Rolf, nachdem er letzte Woche sich das Frühstück nach diesen Läufen ein zweites Mal durch den Kopf gehen liess, dieses Mal rosarote Elefanten durch die Luft fliegen sah. Nach dem Mittagessen in unserem Guesthouse sind alle wieder wohlauf und freuen sich auf das Abendessen.

Da ihr mittlerweile in der Schweiz ebenfalls sommerliche Temperaturen habt (lieber spät als gar nie) können wir euch wohl auch nicht mehr viel Vergnügen beim Schneeschaufeln wünschen. Geniesst in diesem Fall das Wetter, man weiss ja nie wann es schlechter wird, und bis zum nächsten Mal. 
 

Letzte News aus Stellenbosch (3. Woche)
Anscheinend haben wir uns im letzten Bericht zuviel über das Wetter in der Schweiz ausgelassen, was hier zu einem rapiden Temperatursturz führte. Wir hatten schon Angst, dass Ihr Eure Schneeschaufeln zu uns nach Südafrika schicken müsst. Komischerweise wurde das Wetter erst wieder besser, nachdem unser Coach Burli und Schweizermeister Roland Thalmann (neuerdings per email unter: roland_thalmann@hotmail.com erreichbar) Stellenbosch Richtung Heimat verliessen. Nicht, dass wir ihnen etwas unterstellen möchten, aber der Zusammenhang weist nicht nur auf einen Zufall hin.
Wir drei Verbliebenen (André, Mirko und Philipp) sind über diese zufällige Schönwetterperiode nicht unglücklich, weil wir somit nun definitiv unsere Wettkampfbräune erreicht haben. Einziger Nachteil ist, dass wir nun immer in Afrikaans (Landessprache) angesprochen werden.

Trotz der vergangenen zwei harten Trainingswochen, lieferten wir uns auch in den letzten Tagen hochstehende Trainingsduelle. 
Heute Freitagmorgen bestritten wir das letzte Training hier in Stellenbosch traditionellerweise mit laktaziden Läufen (siehe vorletzter Bericht). Rosarote Elefanten wurden keine mehr gesehen, und auch das Frühstück blieb in unseren Mägen.

Für die letzten 1 1/2 Tagen ist nun Erholung angesagt. Am Samstagabend werden wir schweren Herzens Abschied von Südafrika nehmen und uns zurück in die Schweiz begeben.

Wir glauben im Namen aller am Trainingslager teilnehmenden Athleten sagen zu können, dass wir zwei bis drei perfekte Wochen erleben durften.
Es stimmte einfach alles: schönes Wetter, angenehme Temperaturen, gute Trainingsanlagen, tolle Unterkunft in unserem Guesthouse „Villa Grande“ und ausgezeichnetes Essen (was für uns Zehnkämpfer nicht unwesentlich ist).

Zu guter Letzt möchten wir uns auf diesem Weg recht herzlich bei Mireille und Burli bedanken für ihre geleistete Arbeit. Wir hoffen sie nächstes Jahr wieder hier in Südafrika mit dabei zu haben.

Endlich haben wir es geschafft, auch ein paar Fotos auf die Page zu laden. Wir entschuldigen uns für die lange Wartezeit!


Aussicht aus dem Stadion


Philipp, Xaver, Mireille, André und Rolf
 


Adi, Philipp, Xaver, Roli, Mirko und Rolf


Physioterroristin Mireille bei der Arbeit


Rolf, Burli und Mireille


Der Mann mit den flinken Finken: Sprinter Marcel Bärlocher


Tschüss und bis zu den Wettkämpfen!

Das Zehnkampfteam und der Sprinter/Springer Marcel Bärlocher