| Nach den positiven Erfahrungen des letzten
Jahres verbringt das Schweizer Zehnkampfkader die nächsten zwei bis
drei Wochen erneut in Stellenbosch (Südafrika).
Auf dieser Seite werden während dieser
Zeit laufend aktuelle Photos und kurze Berichte zu finden sein.
Liebe Zehnkampf-Freunde 12.4.2000
Endlich, werdet ihr denken. Endlich hören
wir etwas von unseren Cracks aus Südafrika. Wir entschuldigen uns
für die lange Wartezeit - EDV - Problemen sei dank. Die Reise verlief
problemlos, bis auf die verloren gegangenen Stäbe und Rolfs Traininigstasche.
Zu Rolfs grosser Enttäuschung stand die Tasche jedoch bereits am nächsten
Tag vor der Unterkunft. Die Stäbe brauchten einen Tag länger,
kamen dann aber rechtzeitig auf das erste Training an. Fünf Minuten
vor Trainingsbeginn fuhr ein Kleinlaster vor die Villa Grande und brachte
uns die ersehnten Stäbe. Auch Burli und Mireille erlebte die üblichen
Annehmlichkeiten solcher Reisen. Mit einer Stunde Verspätung ab Zürich
verpassten sie darauf den Anschlussflug in Johannesburg. Wir warteten deshalb
eineinhalb Stunden auf dem Flughafen von Cape Town und vertrieben uns die
Zeit mit Schlafen und einem Volleyballspiel vor dem Eingang. Auf dem Trainingsplatz
treffen wir sehr gute Bedingungen an. Mit anderen Athleten wie Chiel Warners
(HOL, über 8300 Punkte), Heike Henkel, Tim Lobinger, Okkert Britts
und Michael Gigandet trainieren wir bei optimalen Bedingungen. Die Hürden
leiden aber unter Xavers Kraft, seinem grossem Einsatz fiel schon manch
eine Hürde zum Opfer. Ein Opfer der Hitze wurde Adrian Krebs, der
seinem Namen alle Ehre macht (Hautfarbe). Im Laufe der nächsten Tage
nehmen wir uns fest vor, einen neuen Bericht zu senden. Dann möchten
wir euch auch ein paar Bilder zeigen, wie es so bei uns läuft. Wo
wir leben wie Gott in Frankreich, könnt ihr unter folgender Adresse
nachschauen:
http://villagrande.virtualave.net
Rückblick erste Woche Stellenbosch
16.4.2000
Es ist kaum zu glauben, die erste Woche
hier in Südafrika ist schon zu Ende. Zeit also, um zurück zu
schauen.
Seit unserer Ankunft zeigt sich das Wetter
von seiner allerbesten Seite: Sonnenschein jeden Tag, Temperaturen zwischen
26 und 30 Grad, ein leichtes Lüftchen - da kommt Freude auf. Dazu
kommt eine ausgezeichnete Stimmung im Team, perfekte Betreuung durch unsere
Physiotherapeutin Mireille Mangold und die gewohnt souveräne Leitung
von Burkhard "Burli" Lippuner. Die Abende verbringen wir jeweils im Städtchen
Stellenbosch, wo viele gute Lokale noch besseren Wein anbieten. Da wir
aber Sportler sind, kennen wir den Wein nur vom Hörensagen. Aber auch
kulinarisch wartet Südafrika mit einigen Leckerbissen: 800 g Spear
Rips (Adrian Krebs und Xaver Weibel), 600 g Baby Beef (Roland Thalmann
und Philipp Huber), 500 g T - Bone Steaks (André Gautschi). Trainingsmässig
gibt es zu berichten, dass sich alle in guter Form befinden. Auch Rolf
Schläfli scheint seine schwere Verletzung (Achilles - Sehne) langsam
auskuriert zu haben. Erste Läufe in Nagelschuhen verliefen ohne Probleme.
Vor allem in den technischen Trainings sind bei allen Fortschritte sichtbar.
Nichtzehnkämpfer Marcel Bärlocher holte beim Sprinten eine leichte
Zerrung und wurde zum Kameramann und Zeitnehmer umdisponiert. André
hat eine Sonnenallergie, die sich am Hals zeigt, Xaver kämpft mit
leichten Verdauungsproblemen und Roland hat leichte Probleme mit Nacken,
Magen und Zähnen - die üblichen Wehwehchen von Mehrkämpfern.
Am Samstag stand ein Stehvermögen
- Training auf dem Programm, jetzt geht es ab ins Wochenende. Unseren freien
Tag verbringen wir am Strand. Wir grüssen die weisse und kalte Schweiz.
Viel Spass beim Schneeschaufeln.
Wieder voll im Training 19.4.00
Wie schon im letzten Bericht angetönt,
verbrachten wir den freien Sonntag am Meer, die Betonung liegt bei "am
Meer", denn um unsere grossen Schwimmkünste zu demonstrieren war das
Wasser eindeutig zu kalt. Ja, jetzt denkt sicher der Eine oder Andere von
euch, die weichen Zehnkämpfer, doch es macht wirklich keinen Spass
rund um Eiswürfel und Eisberge zu schwimmen. Aus diesem Grund mussten
wir uns halt nach einem anderen Zeitvertreib umschauen und forderten einheimische
Beachvolleyballcracks zu einem kleinen Spiel heraus. Leider mussten wir
(Adi, Andre, Mirko, Roli und Philipp) schnell feststellen, dass die Ortsansässigen,die
Platzverhältnisse besser im Griff hatten als wir und ich denke, dass
die auch kein Laktat in ihren Beinen hatten wie wir. Leider verloren wir
alle drei Sätze äusserst knapp und vollpaniert mit Sand, Schweiss
und Sonnencreme begaben wir uns trotz der tiefen Temperaturen ins kühle
Wasser.
Xaver, der mehr auf die traditionellen
Schweizer Sportarten steht, fand am Strand das südafrikanische Pendant
zum Unspunnenstein und veranstaltete sogleich ein Wettweitwurf. Leider
konnte im nachhinein der Sieger nicht mehr erruiert werden, doch es ging
gleich sportlich weiter und Adi legte mit einem gekonnten "Brienzer" Xävu
auf den Rücken, womit auch die Hackordnung im Team wieder hergestellt
war. Mireille hatte zu diesem Zeitpunkt bereits alle Hände voll zu
tun um unseren Mann mit den schnellen Finken (Sprintrakete Marcel Bärlocher)
vom Beachvolleyballspielen fern zu halten. Er wollte es einfach nicht wahrhaben,
dass es nicht sehr sinnvoll ist mit einer Zerrung seinem geliebten Spiel
nachzugehen. Als sich die Sonne so langsam im Meer verabschiedete, brachen
wir dann wieder Richtung Villa Grande auf. Die einen genossen noch den
Sonnenuntergang in einem lauschigen Strandcafe und die anderen wurden Teilnehmer
einer unfreiwilligen Sightseeingtour in Summerset West. Burli hatte sich
in der Ausfahrt getäuscht und wollte sich rausreden indem er steif
und fest behauptete, dass jemand von seinen Mitfahrern ihn dazu aufgefordert
habe. Leider konnte der Schuldige bis heute nicht ausfindig gemacht werden,
doch die Stadt war diesen Abstecher wirklich wert, denn so schöne
Häuser wie es dort gab, findet man nur in zirka 2 Millionen anderen
Städten.
Seit Montag sind wir wieder voll im Training.
Nach dem Krafttraining vom Montag Morgen hatte Roli Thalmann einen Termin
beim Zahnarzt. Ich weiss gar nicht, ob ihm das Krafttraining oder der Zahnarztbesuch
so zugesetzt hat, auf jedenfall kam er ziemlich niedergeschlagen in die
Villa Grande zurück und verzichtete freiwillig auf das Mittagessen,
was doch sehr erstaunlich ist für einen Zehnkämpfer. Doch einen
Bär wirft sowas ja nicht um und heute Dienstag griff Roli bereits
wieder zu seinen Stäben und beim Anblick seiner Sprünge wurden
sogar die Knie von Tim Lobinger weich, worauf er bei seinem Sprungkrafttraining
prompt in eine Hürde biss. Auch die Speere fliegen in der sengenden
Sonne von Südafrika nicht schlecht, so dass der Rasen für die
nächsten Trainings verlängert werden muss (ohne gross Anzugeben).
So jetzt aber genug der Schauermärchen. Wir wünschen euch von
hier aus eine gute Zeit, vergesst nicht das Schneeschaufeln und bis zum
nächsten Mal.
Von Wünschen, Träumen und
rosaroten Elefanten 22.4.2000
Bei all unseren treuen Webbesuchern möchten
wir uns entschuldigen, dass wir uns erst jetzt wieder melden, aber bei
so einem harten Trainingaltag mit Faulenzen, in der Sonne liegen, Essen
und Schlafen bleibt uns fast keine Freizeit mehr. Mittlerweile haben wir
auch die zweite Trainingswoche gut hinter uns gebracht und stehen jetzt
vor dem erholsamen Wochenende. Adi, Xävu, Rolf, unsere wiedergenesene
Sprintrakete Marcel und die auf den Muskeln tanzende Physioterroristin
Mireille werden uns bereits Morgen verlassen (sniff, sniff). Die anderen,
bei denen die Wettkampfbräune noch nicht im genügenden Masse
vorliegt, müssen sich noch sieben anstrengenden Sonnentagen aussetzten.
Nach diesem aufschlussreichen Blick in die Zukunft wenden wir uns den vergangenen
Tagen zu. Am Mittwoch stand wieder mal einer dieser strengen Erholungstage
auf dem Programm. Ob mans glaubt oder nicht, so etwas wirft einen voll
aus dem Rhythmus. Die Neulinge im Süden von Afrika deponierten ihre
Träume und Wünsche am Kap der guten Hoffnungen und die schon
fast Einheimischen (Rolf und Mirko) bezwangen den Tafelberg (natürlich
mit der Seilbahn) und strapazierten danach mit ihren Körpermassen
die Bahnen eines Vergnügungsparks.
Am Donnerstag standen dann aber wieder
knallharte Trainings auf dem Programm, nicht dass ihr denkt, dass wir hier
ein Ferienlager veranstalten würden. Auch unser Geburtstagskind Roli
(Glückwünsche können im Guestbook unter www.decathlon.ch
angebracht werden) musste wieder in seine Trainingshose steigen. Am Freitag
wurden dann endlich, die von den Fanclubmitgliedern wahrscheinlich schon
sehnlichst erwarteten Postkarten, für die Grüsse aus dem Trainingslager
gekauft. All jene die vergebens auf einen Kartengruss von uns warten, können
sich hier auf unserer Homepage direkt für unseren Zehnkampffanclub
anmelden. Somit kommen auch sie das nächste Mal in den Genuss dieses
Privilegs. Heute Morgen standen die allseits beliebten laktaziden Läufe
auf unserem Trainingsprogramm. Für alle nicht Leichtathletikinsider:
Laktazide Läufe sind Läufe zwischen 150 und 500 Meter bei denen
es nur darum geht den Organismus so zu belasten, dass man danach nicht
mehr in der Lage ist geradeaus zu laufen. Böse Zungen behaupten, dass
Rolf, nachdem er letzte Woche sich das Frühstück nach diesen
Läufen ein zweites Mal durch den Kopf gehen liess, dieses Mal rosarote
Elefanten durch die Luft fliegen sah. Nach dem Mittagessen in unserem Guesthouse
sind alle wieder wohlauf und freuen sich auf das Abendessen.
Da ihr mittlerweile in der Schweiz ebenfalls
sommerliche Temperaturen habt (lieber spät als gar nie) können
wir euch wohl auch nicht mehr viel Vergnügen beim Schneeschaufeln
wünschen. Geniesst in diesem Fall das Wetter, man weiss ja nie wann
es schlechter wird, und bis zum nächsten Mal.
Letzte News aus Stellenbosch (3. Woche)
Anscheinend haben wir uns im letzten Bericht
zuviel über das Wetter in der Schweiz ausgelassen, was hier zu einem
rapiden Temperatursturz führte. Wir hatten schon Angst, dass Ihr Eure
Schneeschaufeln zu uns nach Südafrika schicken müsst. Komischerweise
wurde das Wetter erst wieder besser, nachdem unser Coach Burli und Schweizermeister
Roland Thalmann (neuerdings per email unter: roland_thalmann@hotmail.com
erreichbar) Stellenbosch Richtung Heimat verliessen. Nicht, dass wir ihnen
etwas unterstellen möchten, aber der Zusammenhang weist nicht nur
auf einen Zufall hin.
Wir drei Verbliebenen (André, Mirko
und Philipp) sind über diese zufällige Schönwetterperiode
nicht unglücklich, weil wir somit nun definitiv unsere Wettkampfbräune
erreicht haben. Einziger Nachteil ist, dass wir nun immer in Afrikaans
(Landessprache) angesprochen werden.
Trotz der vergangenen zwei harten Trainingswochen,
lieferten wir uns auch in den letzten Tagen hochstehende Trainingsduelle.
Heute Freitagmorgen bestritten wir das
letzte Training hier in Stellenbosch traditionellerweise mit laktaziden
Läufen (siehe vorletzter Bericht). Rosarote Elefanten wurden keine
mehr gesehen, und auch das Frühstück blieb in unseren Mägen.
Für die letzten 1 1/2 Tagen ist nun
Erholung angesagt. Am Samstagabend werden wir schweren Herzens Abschied
von Südafrika nehmen und uns zurück in die Schweiz begeben.
Wir glauben im Namen aller am Trainingslager
teilnehmenden Athleten sagen zu können, dass wir zwei bis drei perfekte
Wochen erleben durften.
Es stimmte einfach alles: schönes
Wetter, angenehme Temperaturen, gute Trainingsanlagen, tolle Unterkunft
in unserem Guesthouse „Villa Grande“ und ausgezeichnetes Essen (was für
uns Zehnkämpfer nicht unwesentlich ist).
Zu guter Letzt möchten wir uns auf
diesem Weg recht herzlich bei Mireille und Burli bedanken für ihre
geleistete Arbeit. Wir hoffen sie nächstes Jahr wieder hier in Südafrika
mit dabei zu haben.
Endlich haben wir es geschafft, auch ein
paar Fotos auf die Page zu laden. Wir entschuldigen uns für die lange
Wartezeit!
Aussicht aus dem Stadion
Philipp, Xaver, Mireille, André
und Rolf
Adi, Philipp, Xaver, Roli, Mirko und Rolf
Physioterroristin Mireille bei der Arbeit
Rolf, Burli und Mireille
Der Mann mit den flinken Finken: Sprinter
Marcel Bärlocher
Tschüss und bis zu den Wettkämpfen!
Das Zehnkampfteam und der Sprinter/Springer
Marcel Bärlocher |